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TU Berlin

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Ist Geschirr kompostierbar? - Studentinnen forschen am Institut für Technischen Umweltschutz an der Gestaltung biologischer Stoffkreisläufe.

Geschirr für das Sommerfest
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Jedes Frühjahr veranstaltet das Institut für Technischen Umweltschutz (ITU) an der TU Berlin ein Sommerfest auf dem Absolventen verabschiedet werden und der Sommer mit Musik, Getränken und einer Grillparty begrüßt wird. Dieses Jahr stand einmal wieder die Frage nach einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Gestaltung des Festes besonders im Fokus und es entstand die Idee kompostierbares Geschirr auszuprobieren.

Für die Idee-Gründerinnen Uranchimeg Bayarsaikhan und Amalie Lauer war das klar: "Ausprobieren" an einer Universität bedeutet mehr als nur ein Tauglichkeitstest des Geschirrs auf dem Fest und so ist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Abfallwirtschaft und dem Institut für Technologie und Nachhaltigkeit der TU Berlin ein "Interdisziplinäres Forschungsprojekt" entstanden, bei dem Einweggeschirr auf seine Kompostierbarkeit und seinen „Ökologischen Fußabdruck" hin untersucht werden soll.

Dank zweier Sponsoren (Biobiene® und projectCOzwei gmbh) konnte das Forschungsprojekt tatsächlich 2010 auf dem ITU-Sommerfest gestartet werden. Grundlage der Untersuchungen ist kompostierbares Einweggeschirr aus Zuckerrohrbagasse: Zuckerrohrbagasse ist ein Rohstoff, der bei der Produktion von Zuckerrohr als Reststoff anfällt. Derzeit wird das Geschirr in Malaysia produziert. Ziel der Firma "projectCOzwei gmbh" ist es jedoch die fortschrittlichen Produktionstechniken aus Malaysia ebenfalls in Europa zu etablieren um z.B. in Deutschland lokal vorhandene biologische Reststoffe, außerhalb der Konkurrenz zu Lebensmitteln, für die Produktion von komposierbaren Einweg-Verpackungen nutzen zu können.

Für das ITU Sommerfest wurde ein umfangreiches Müllkonzept entworfen, so dass das kompostierbare Geschirr mit den Bioabfällen während des Festes gesammelt werden konnte. Für die Untersuchungen wurde das Material sortiert, zerkleinert und in den zwei Forschungskompostern des Instituts für Abfallwirtschaft 12 Wochen kompostiert. Anhand einer Input- Output - Analyse können die Stoffströme charakterisiert und die Kompostqualität bestimmt werden. Des Weiteren wird auf Grundlagen von aktuellen Produktionsdaten eine Ökobilanz erstellt, bei der verschiedene Szenarien zur Weiterverwendung des Materials betrachtet werden.

Es zeichnet sich ab, dass die beiden Studentinnen das Interdisziplinäre Forschungsprojekt im Rahmen Ihrer Studienarbeiten ausweiten werden. Die erste Studienarbeit wird sich mit der Herstellung von Biokohle aus Verpackungsmaterial aus Zuckerrohrbagasse befassen. Biokohle kann zum einen als Energieträger dienen zum anderen Bodenfruchtbarkeit erhöhen, zudem wird das in der Biomasse gespeicherte CO2 konserviert und im Boden gespeichert. Biokohle wird derzeit direkt aus Bioroh- und Reststoffen hergestellt. Die Idee hier ist nun ein Produkt wie z.B. eine Verpackung dazwischen zu schalten. In der zweiten Studienarbeit soll die Abbaubarkeit von kompostierbaren Verpackungen im Salzwasser untersucht werden, welches angesichts der Plastik-Problematik in den Weltmeeren ein dringliches und wichtiges Thema ist.

Wenn das kompostierbare Geschirr neben seinen finanziellen Vorteilen auch seine ökologischen Vorteile beweisen kann, wird es sicher das Essen vieler weiterer Sommerfeste am Institut für Technischen Umweltschutz servieren dürfen und sich auf einem hoffentlich immer mehr nach Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein strebenden Markt weiterhin behaupten können.

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